Der Flügelaltar
Der
spätgotische Flügelaltar " ist um 1500 in den Dom gekommen und stammt
aus dem Kreis um den Hamburger Bildschnitzer Hinrik Bornemann. Der
goldene Hintergrund symbolisiert das himmlische Licht, welches die
Deutung gibt. Auf der goldenen Seite finden wir in der Kreuzigung die
Stifter des Altars kniend dargestellt, die mecklenburgischen Herzöge
Magnus I. und Balthasar. Sie sind noch einmal stehend an den Seiten zu
finden. Das Kreuz teilt die Menschen; rechts von Christus gesehen sind
diejenigen, die sich zu ihm bekennen, links diejenigen, die ihn
herausdrängen aus der Welt. Der Betrachter steht vor der Frage, auf
welcher Seite er seinen Platz hat. Rechts von Christus ist der
Mitgekreuzigte, der sich sterbend noch zu Christus bekennt und die
Verheißung empfängt: "Heute wirst du mit mir im Paradiese sein." Über
ihm ist ein Engel, der seine Seele in den Himmel trägt. Über dem anderen
Mitgekreuzigten ist der Teufel, der seine Seele erwartet, um sie in die
Hölle zu führen; er stirbt im Unfrieden. In der Umrahmung der
Kreuzigung befinden sich sechs kleine Figuren, rechts, links und oben
jeweils zwei. Es sind die Propheten des Alten Testaments; ihre
Schriftrollen sind leer zum Zeichen dafür, dass ihre Verheißungen mit
dem Kommen Christi erfüllt sind. Neben der Kreuzigung ist rechts
Johannes der Täufer dargestellt, der mit dem langen Zeigefinger von sich
weg auf Christus deutet. Das Lamm auf dem Buch deutet auf Christus, das
Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegträgt. Neben Johannes steht
Cäcilie, die Schutzheilige der Musik. Auf der anderen Seite sind neben
Paulus die Heiligen Katharina und Sebastian dargestellt. Die genaue
Benennung ist dem Altarschema zu entnehmen. Bei den zwölf Aposteln fehlt
Philippus; dafür ist Paulus dargestellt. Auf der Rückseite des Altars
erinnert eine Tafel an den ersten evangelischen Gottesdienst 1568 und an
eine Baumpflanzaktion, die Herzogin Elisabeth in den Heidbergen
angeregt hat.
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